Achillodynie


Am häufigsten tritt die Tendinopathie der Achillessehne bei Mittel- und Langstreckenläufern auf, jedoch kann diese auch bei vielen anderen Sportarten auftreten und in etwa 30% der Fälle bei Nichtsportlern.

Die Achillessehne ist die dickste und stärkste Sehne des menschlichen Körpers. Der Faserverlauf ist nicht vertikal, sondern die Fasern sind spiralförmig angeordnet und verdrehen sich zu einem gewissen Teil. Die Blutversorgung der Achillessehne kommt hauptsächlich von oben aus dem Bereich des Muskel-Sehnenübergangs und von unten aus dem Ansatzbereich am Fersenbein. Die 2-6 cm oberhalb des Ansatzes sind daher der Bereich, der am schlechtesten mit Blut versorgt wird, und gerade in diesem Bereich treten am häufigsten die Probleme auf.

Gewaltige Kräfte wirken auf die Achillessehne ein. So belastet ein Läufer mit 70kg im leichten Lauf die Achillessehne mit 5000N, ausreichend um eine Dehnung von 6% zu erzeugen. Das ist auch deshalb bemerkenswert, da ab 8% Dehnung es zum Zerreissen des Sehnengewebes kommt.
Der charakteristische Schmerz ca 2-5cm oberhalb des Achillessehnenansatzes ist meist begleitet von einer lokalen Schwelllung und sehr häufig einer Verdickung - meist innen - des Sehnengewebes.

Die Diagnose einer Achillessehnentendinose ist im Prinzip rein klinisch zu stellen. Die Unterscheidung zwischen Ansatzproblematik und Veränderungen im Sehnenverlauf ergibt sich aus der Schmerzlokalisation. Die Unterscheidung zwischen Tendinose und der Entzündung des Sehnengleitgewebes ist oft schwierig. In den meisten Fällen treten beide bei chronischen Fällen auf. Es gibt auch keinen Konsens, was letztendlich für den Schmerz verantwortlich ist: die Veränderung in der Sehne, die Entzündung des Sehnengleitgewebes, oder beides gemeinsam.


Mit 55-65% ist die Achillessehnenverletzung im Mittelteil der Sehne die am häufigsten vorkommende Veränderung. Im Ansatzbereich der Achillessehne muss man zwischen der Tendinopathie im Ansatzbereich und Veränderungen bzw. Entzündungen des Schleimbeutels zwischen Achillessehne und Fersenbein unterscheiden.

Neben der klinischen Untersuchung, der Erhebung der Schmerzcharakteristik, dem Belastungsprofil, Fussfehlstellungen gibt das Röntgen, Ultraschall bzw. die Magnetresonanzuntersuchung Aufschluss über die Schmerzursache.

Paratendinopathie

Die Etiologie, Pathogenese und der natürlicher Heilungsverlauf sind größtenteils unbekannt. Es ist fragwürdig, ob strukturelle Veränderungen in der Sehne selbst für die Schmerzen verantwortlich sind, da degenerative Veränderungen in der Achillessehne an sich schmerzfrei sind.
Das Hauptziel der Behandlung von akuten Achillessehnenüberlastungen liegt vor allem in einer adäquaten Schmerzbehandlung. Wichtig ist auch, dass man die Entstehung einer chronischen Beeinträchtigung vermeidet.

Eine konservative Behandlung besteht vor allem in der Identifikation von predisponierenden Faktoren bzw. deren Vermeidung. Modifikation des Trainingsprogramms, Behebung von Achsenfehlern bzw. Fussfehlstellungen (Einlagen, Orthesen), Kryotherapie, Stosswellenbehandlung, exzentrisches Trainigsprogramm, Ultraschall etc.

Patienten, die innerhalb von 3-6 Monaten nicht auf eine konservative Therapie ansprechen, wird ein operativer Eingriff empfohlen. Dabei werden Verwachsungen zwischen Achillesehne und Peritendineum gelöst. Dieser Eingriff kann entweder über eine konventionelle Operation oder endoskopisch durchgeführt werden. In 75-100% kann nach der Operation mit einem zufriedenstellenden Resultat gerechnet werden.

Achillessehnentendinopathie

Primär sollte eine konservative Therapie angestrebt werden. Nicht sterioidale Antirheumatika (zB Voltaren, Parkemed, etc) sollten mit Bedacht angewendet werden, da es experimetelle Hinweise gibt, dass durch die NSAIDs Leukotrien B in der Sehne erhöht wird und das zur Progression der Tendinopathie beutragen könnte. Kortisoninjektionen sind ebenfalls zu hinterfragen, da das Risiko eines Sehnenrisses steigt.


Exzetrisches Trainingsprogramm und Stosswellentherapie sind die 2. Behandlungen, die auf alle Fälle durchgeführt werden sollten. Therapeutischer Ultraschall wird in der Literatur kontrovers diskutiert. Prolotherapie, Needling, PRP-Injektionen Sclerosetherapie, und Electrokoagulation sind studienmäßig in ihrer Wirksamkeit noch nicht ausreichend belegt.

Sollte konservativ keine Besserung erzielt werden, bietet die minimal invasive Op Technik für die Achillessehnentendinopathie entscheidende Vorteile zur traditionell offenen Op Methode- kürzerer Spitalsaufenthalt, reduziertes Risiko von Wundheilungsstörungen, verbessertes funktionelles Ergebnis. Als Alternative bietet sich auch die endoskopische Op Technik an.

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