Die Arthroskopie des Hüftgelenks wurde erstmals bereits 1931 von Burman beschrieben.
Im Gegensatz zur Arthroskopie des Kniegelenks oder des Schultergelenks verbreitete sich diese Operationstechnik wesentlich langsamer. Die Entwicklung von speziellen Instrumenten und das aus vielen wissenschaftlichen Arbeiten gewonnene Wissen machen die Hüftgelenksarthroskopie heute zu einer Operation, die für viele Patienten enorme Vorteile bringt. Wesentlich dabei sind geringere Schmerzen nach der Operation, ein kurzer Krankenhausaufenthalt, und die schnelle Rehabilitation nach dem Eingriff.
Wann kann nun die Arthroskopie beim Hüftgelenksschmerz helfen. Dazu einige Beispiele:
Die Hüftgelenkspfanne wird von einer faserknorpeligen Lippe umgeben, die durch Überlastungen, aber auch durch eine Verletzung einreißen kann. Diese Risse führen häufig zu Knorpelschäden und sollten daher – wie auch ein Meniskusriss - unbedingt behandelt werden. Sportler, wie zB. Tänzer oder Turner, haben häufig diese Verletzung.
Verletzungen der Bänder des Hüftgelenks. Ein Einriss des sogenannten Kopf-Bandes, kann zu Einklemmungen führen, die schmerzhaft sind. Das gerissene Band kann arthroskopisch entfernt werden.
Freie Gelenkskörper können sich im Gelenk einklemmen, und sind arthroskopisch entfernbar.
Durch Anprallverletzungen im Bereich des Hüftgelenks kann es zu Verletzungen des Gelenksknorpels kommen, da die Verletzungsenergie ohne Dämpfung zum Gelenk fortgeleitet wird. Ein entstandener Knorpelschaden kann dann arthroskopisch behandelt werden, zB durch Gättung oder Microfrakturierung.
Das Einklemmungssyndrom im Bereich der Hüfte ist sehr verbreitet. Da die Röntgenbilder keine Arthrose zeigen, bleibt es sehr oft unerkannt. Die Veränderungen im Bereich des Schenkelhalses bewirken ein Einklemmen im Bereich der Hüftpfanne vor allem bei Beugung und Innenrotation. Dadurch kommt es zu einer Zerstörung der knorpeligen Lippe der Pfanne und zu Ausbildung einer Arthrose. In vielen Fällen kann arthroskopisch geholfen werden. Dabei wird die normale Form des Kopfes und des Halses wiederhergestellt, damit es zu keiner Einklemmung mehr kommen kann.
Arthrose des Hüftgelenks. Bei fortgeschrittenen Fällen einer Hüftgelenksarthrose ist nach wie vor der Gelenksersatz die Operationsmethode der Wahl. Bei beginnender oder milder Arthrose ist jedoch bei Vorliegen von mechanischen Symptomen die Arthroskopie geeignet, die Beschwerden zu beseitigen.
Nach einem Studienaufenthalt an der Universitätsklinik für Orthopädie in Oslo habe ich im Jahr 2000 die ersten Hüftgelenksarthroskopien im AKH Wien durchgeführt. Mit den verbesserten technischen und operativen Voraussetzungen kann heute die Hüftgelenksarthroskopie sicher und effizient durchgeführt werden. Die Möglichkeit ein Gelenk, das Belastungen bis zu dem 5fachen Körpergewicht zB beim Laufen oder Springen ausgesetzt ist, arthroskopisch untersuchen und behandeln zu können, hilft vielen Patienten rasch ihre Beschwerden los zu werden.