Vor einer Operation könnte es Sinn machen, sich über das Alter des Chirurgen zu informieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Université de Lyon. Chirurgen in der Altersgruppe zwischen Ende 30 und Ende 40 arbeiten am sichersten. www.netdoktor.at
Wenig Berufserfahrung ist zwar ein offensichtlicher Nachteil, aber auch Jahrzehnte im Beruf scheinen laut den Forschern Spuren zu hinterlassen. Chirurgen in der Altersgruppe zwischen Ende 30 und Ende 40 arbeiten am sichersten. Für die Studie wurden die Komplikationen bei Operationen in fünf französischen Krankenhäusern untersucht.
Über 3.500 Operationen analysiert
Bei der Entfernung der Schilddrüsen kam es bei unerfahren Operateuren eher zu Komplikationen und bei jenen Chirurgen, die schon seit mehr als 20 Jahre im Beruf waren. Die Wissenschafter analysierten mehr als 3.500 dieser Operationen, die von 28 Chirurgen durchgeführt worden waren. Dieser Eingriff war ausgewählt worden, da er von allen Operateuren gleich durchgeführt wird und er sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht entscheidend verändert hat.
Der zwischen dem Alter des Chirurgen und der Anzahl der Komplikationen festgestellte Zusammenhang war unabhängig davon, wie schwierig die sonst durchgeführten Operationen waren. Experten betonen, dass die Ergebnisse nicht endgültig und weitere Analysen notwendig sind. Auch sollen Patienten aufgrund dieser Studie nicht ihren Operationstermin verschieben lassen.
Lebenslanges Lernen wichtig
Laut Mike Larvin vom Royal College of Surgeons ist es wichtig, dass Chirurgen ihre Fähigkeiten immer weiter verfeinern. In der Geschwindigkeit, mit der die medizinische Entwicklung fortschreite, sei es sicher, dass am Ende der Karriere eines Chirurgen die im Studium erlernten Techniken nicht mehr angewendet werden.