Muskelverletzungen

Im Sport wie auch im täglichen Leben übernimmt die Muskulatur eine zentrale Aufgabe bei allen Bewegungsabläufen. Ein Muskel besteht aus einer Vielzahl von Muskelfasern. Diese stellen eine hoch spezialisierte Einheit dar, die rasch reagiert und sich schnell Veränderungen anpassen kann. Eine Reihe von Studien belegen, dass Muskelverletzungen bis zu 30 % aller Sportverletzungen ausmachen.

Muskelverletzungen werden oft unterschätzt

Muskelverletzungen gehören nicht nur zu den häufigsten, sondern auch zu den am schlechtesten behandelten Sportschäden, da ihre Bedeutung oft unterschätzt wird. Die Folge ist, dass Muskelverletzungen nicht ausheilen, und bei verfrühtem Trainingsbeginn  eine neuerliche Verletzung, die oft schwerer ist, resultiert.

Die meisten Muskelverletzungen entstehen durch plötzliche, häufig unkoordinierte, extreme Muskelanspannung (zB Wasserskistart),durch Überanstrengung aber auch durch direkte Gewalteinwirkung (zB gegnerisches Knie beim Fussball).

Muskelverletzungen gehören statistisch zu den häufigsten Sportverletzungen. Sowohl im professionellen als auch im Amateurbereich sind sie der Hauptgrund für eine Trainings- beziehungsweise Wettkampfpause. (Järvinen et al. 2005, Ekstrand et al 2009)

Gleichzeitig sind Muskelverletzungen aber auch die am meisten bagatellisierten Sportverletzungen und die Behandlung erfolgt oft inadäquat.

Umso wichtiger sind, unserer Meinung nach, die richtige Einschätzung der Verletzung und die unmittelbar daraus resultierende, richtige Behandlung.

Die Behandlungen von Muskelverletzungen sind oft uneinheitlich, sodass eine einheitliche Klassifikation nach der sich auch die Therapie richtet sinnvoll erscheint.

Neue Klassifikation der Muskelverletzungen (nach Müller Wohlfahrt, Ueblacker und Hänsel):

Muskelverhärtungen (Typ I nach Müller- Wohlfahrt)

 Es zeigt sich eine erhöhte Muskelspannung im betroffenen Bereich, meist mit ziehenden Schmerzen und einem Spannungsgefühl einhergehend.

CAVE: Bei weiterer Sportausübung ist die Gefahr eines Muskelfaserrisses deutlich erhöht.

Die Ursache können sowohl, Übermüdung bzw. Überbelastung der betroffenen Muskelgruppen als auch neurogen (Fehlinnervation der Muskulatur) sein.

Bei beiden Typen muss eine Kontrolle der Wirbelsäule im Lendenwirbelsäulenbereich und im Bereich beider Kreuz-Darmbeingelenke durchgeführt werden, da die Beschwerden durch Blockaden dieser Wirbelsäulensegmente ausgelöst und mit beeinflusst werden können.

Muskelzerrung (Typ II nach Müller- Wohlfahrt)

Es erfolgt eine plötzliche Muskeltonuserhöhung und der Muskel wird unelastisch, begleitet von krampfartigen Schmerzen. Je länger der Muskel belastet wird umso schmerzhafter wird die Symptomatik des betroffenen Muskels. Klinisch findet sich jedoch keine Unterbrechung der Kontinuität der Muskelfasern oder ein daraus resultierender Bluterguss.

Die Ursachen könne ein schlechtes Aufwärmtraining oder ein rascher Belastungswechsel sein. Präventiv helfen hier dynamische  Aktivierungsübungen der sportartspezifischen Muskulatur.

Muskelfaserriss – Muskelbündelriss (Typ III  nach Müller -Wohlfahrt)

Muskelfaserriss:

Der Muskelfaserriss betrifft immer mehrere Muskelfasern. Ursachen sind meist plötzliche Längsdehnung bei bestehendem Hypertonus der Muskulatur z.B.: bei raschen Richtungswechsel im Sprint.. Meist finden sich die Muskelfaserrisse an Muskel- Sehnenübergängen . Typisch beschreibt der Sportler die Verletzung als plötzlichen scharfen, spitzen Schmerz. Eine weitere Sportausübungen ist unmöglich. Es bildet sich ein Bluterguss innerhalb des Muskels, welcher äußerlich meist nicht sichtbar ist.

Muskelbündelriss:

 Mehrere hundert Muskelfasern bilden ein Muskelbündel. Bei einem Riss des Muskelbündels kommt es nicht nur zu einer Verletzung von Muskelfaserbündeln sonder auch zur Mitbeteiligung des bindegewebigen Halte/ Stützapparates der Muskulatur wie Muskelfaszien.

Die Grenze zwischen Muskelfaserriss und Muskelbündelriss liegt bei 5 mm Rupturgröße im Querdurchmesser. Die Ursache ist eine Längsdehnung bei gleichzeitiger aktiver Kontraktion der Muskulatur.

Es kommt zu einem Auftreten eines intramuskulären Blutergusses, welcher auch äußerlich an der Haut sichtbar sein kann. Je nach Größe der Verletzung, Muskelteilriss bzw. kompletter Muskelabriss kann es zu einer Dellenbildung und/oder einem Funktionsverlust kommen.

Muskelriss, sehniger Muskelausriss  (Typ IV Verletzung)

Hier ist der gesamte Muskel in seiner Kontinuität zerstört. Meist befinden sich diese Rissformen am Muskel-Sehnenübergang.

Ausrisse am Ansatz der Muskelsehnen führen immer zu funktionellen Defiziten der betroffenen Muskelgruppe.

Muskelkontusionen/ Muskelprellungen

Durch ein direktes Anpralltrauma kommt es zur Zerstörung/ Quetschung  von Muskulatur. Es kommt zu Einblutungen im Bereich der betroffenen Muskulatur. Oft sind die Blutergüsse auch im Haut und Unterhautbereich gut sichtbar.

Therapie

Erstmaßnahmen bei Muskelverletzungen:

Bei Auftreten einer Muskelverletzung ist eine sofortige Beendigung der Sportausübung wichtig. Der Sportler selbst kann während und direkt nach der Verletzung das Ausmaß oft nur schwer einschätzen.

Die richtigen Maßnahmen sind für die weitere Behandlung und auch die bevorstehende Sportpause von entscheidender Bedeutung.

So gilt, dass jede verlorene Minute in der Erstbehandlung den Sportler einen Tag in der Rehabilitation kostet.

Das Hauptaugenmerk sollte auf der Verhinderung eines intramuskulären Hämatoms liegen.

Grundsätzlich hat sich hierbei das RICE (Rest- Ice- Compression- Elevation)

Schema bewährt. Auf die verletzte Region wird ein Eisbeutel oder Eiswasser (nicht direkt auf die Haut, da es sonst zu Erfrierungen kommen kann!!!!)  mit einer elastischen Binde unter Kompression aufgebracht.

Die betroffene Muskulatur sollte entlastet werden (ev. mit Stützkrücken).

Zur Sicherung der Diagnose einer Muskelverletzung ist es notwendig, dass ein erfahrener Sportarzt, Unfallchirurg oder Orthopäde, der im Umgang mit Muskel- und Sportverletzungen  geschult ist, vom Sportler konsultiert wird.

Um das genaue Ausmaß der Muskelverletzung zu bestimmen wird oft ein bildgebendes Verfahren durchgeführt. Es kann sowohl eine Ultraschalluntersuchung als auch eine Magnetresonanztomographie veranlasst werden.

Weiterführende Therapie:

Die weiterführende Therapie beinhaltet Lymphdrainagen sowie Massagen rund um das Verletzungsgebiet  nach einigen Tagen. Keinesfalls jedoch direkt am Verletzungstag.

Physikalische Therapie mit Strom- und Ultraschallbehandlungen und Kinesiotaping werden ebenfalls als schmerzlindernd empfunden. In der 2. Woche nach dem Unfall können aktiv und passive Bewegungsübungen unter Wasser und im schmerzfreien Bereich durchgeführt werden (z.B: Rad fahren ohne Widerstand)

Ein Schnellkrafttraining kann frühestens nach 4 Wochen begonnnen werden.

Ebenso sind sportartspezifische Trainingseinheiten (z.B. Schusstraining) vor der 4. Woche zu vermeiden.

Als Prävention wird vor allem ein exzentrisches Kraftraining in der Literatur positiv bewertet. Stretching hat nur einen bedingt präventiven Effekt auf das Auftreten von Muskelverletzungen.

Operative Therapie

Die meisten Muskelverletzungen werden konservativ (siehe oben) behandelt. Es gibt aber einige Muskelverletzungen, die operativ behandelt werden solltem.

zB Ausrissverletzungen, knöcherne Abrisse, etc.

 

 

Rehabilitation protocol for soccer players

The rehabilitation protocol consisted of both the acute management (first 48 hours) and graded rehabilitation/remodeling phases. The first 48 hours involved strict adherence to the principles of rest, ice, compression, and elevationin an effort to minimize both bleeding and edema.
Remodeling phase. This phase involved a 4-stage running and kicking program combined with intensive physiotherapyinvolving soft tissue therapy and graduated stretching and strengthening exercises. The footballer was eligible to commence the staged running program when he had full pain-free passive range of motion (quadriceps length tested in prone knee flexion and compared with the contralateral side) and could complete 3 sets of 10 repetitions of single leg hops pain free. There was an emphasison relatively pain-free exercise at all times, and the player could not graduate to the next stage until he had successfully completed the activities of the specific stage he was in. A gentle warm-up and cooldown involving 5 minutes of slow continuous jogging were done in each stage. Players did not run on consecutive days as this was considered potentially injurious.

Stage 1

Jogging for 10 minutes

Stage 2

Striding (40%-60% maximum) for 80-m intervals. Walk back to start. Three sets °— 5 repetitions (rest and gentle stretch after each set of 5 repetitions).

Stage 3

Sprinting (90%-100%) for middle 30 m of 80-m interval. Walk back to start.
Three sets °— 5 repetitions (rest and gentle stretch after each setof 5 repetitions).
The player commenced a staged kicking program in this stage that initially involved kicking a smaller, lighter ball short distances and later progressed to a normal-size ball, kicking longer distances in stage 4 of the running program.

Stage 4

Sport-specific running drills (90%-100% intensity) over 60 m to 80 m, which included shuttle runs, rapid change of direction activities/figure-8drills, picking up the ball on the run, and kicking the ball on the run. Walk back to start. Three sets°— 5 repetitions
(rest and gentle stretch after eachset of 5 repetitions). Once the player had completed all 4 stages, he was integratedback into team training.

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