Meniskusverletzungen

Die Ausübung vieler Sportarten wie Skifahren, Laufen, Tennis oder Fußball sind von von funktionstüchtigen Kniegelenken abhängig. Das komplizierteste und am meisten beanspruchte Gelenk des Menschen

Die Menisken sind zwei keil- bzw. sichelförmige Knorpelscheiben, die zwischen den gelenksbildenden Teilen des Ober- und Unterschenkelknochen liegen. Sie dienen als Stoßdämpfer, ähnlich einer Beilagscheibe, die den Druck eines Schraubenkopfes auf die Unterlage besser verteilt, dienen auch die Menisken der besseren Lastverteilung im Gelenk. Sie nehmen etwa ein Drittel der Gewichtsbelastung auf und verteilen diese gleichmäßig auf das Gelenk. Sie haben im Bereich des Kniegelenks die Funktionen eines Lastverteilers, Stoßdämpfers und Stabilisators.

Pro Kniegelenk gibt es einen inneren und einen äußeren Meniskus. Während der innere annähernd halbmondförmig ist, ist der äußere Meniskus kreisrund und nicht mit dem Seitenband in direkter Verbindung. Durch die beiden Menisken werden die Unterschiede zwischen den Gelenksflächen ausgeglichen und damit die Kontaktfläche vergrößert. Das führt zu einer wesentlichen Verringerung der Belastung auf den Gelenksknorpel. Das spezielle Gefäßsystem, das die Menisken versorgt, bestimmt in großem Maße ihre Fähigkeit zur Regeneration und Heilung.

Meniskuseinrisse sind sehr häufige Verletzungen. Bei fast allen Sportunfällen kann der Meniskus verletzt werden, etwa bei einer Drehbelastung oder Stauchung. Häufig sind auch Bänder wie das vordere Kreuzband verletzt. Der Meniskus kann auch „grundlos“ reißen, wenn etwa durch Achsenfehlstellungen oder ständige Beanspruchung der Meniskus überlastet wird.

In fast allen Fällen ist eine arthroskopische Operation möglich, wobei entweder der gerissene Meniskusanteil entfernt wird, oder durch eine Naht wiederhergestellt wird. Dieser Eingriff ist deshalb so wichtig, weil der Meniskus eine wichtige Funktion bei der Lastenverteilung im Kniegelenk ausübt. So bedeutet der Verlust des Innenmeniskus für den Knorpel eine Mehrbelastung von 50%, beim Außenmeniskus liegt diese sogar bei 70%.

Muss bei schweren Verletzungen der gesamte Meniskus entfernt werden, kann es zum so genannten„Postmenisektomiesyndrom“ kommen: Bei der Arbeit aber auch bei leichter Beanspruchung beim Sport kann es zu Schmerzen im Knie und einer Schwellneigung kommen. Die Knorpeloberfläche wird geschädigt und eine Arthrose begünstigt.

Eine sinnvolle Alternative zur Meniskusentfernung ist die Meniskustransplantation.

Im Jahr 2005 wurde die erste Meniskustransplantation in Österreich von Univ. Dozent Dr. Thomas Müllner durchgeführt.

Wie erfolgreich eine solche Operation ist, hängt davon ab, wie gut die Durchblutung des Transplantats ist und wie groß der Knorpelschaden beim Patienten bereits ist. Es kommt nach einer Meniskustransplantation zu keiner immunologischen Abstoßungsreaktion.

Durch zusätzlich einzuholende Befunde muss jedoch vorab geklärt werden, ob der Patient für eine Meniskustransplantation überhaupt geeignet ist. Ist dies nicht der Fall kommt zurzeit leider nur der Gelenksersatz mittels Schlittenprothese in Frage.

Tatsächlich lassen sich mit einer arthroskopischen Operation (Gelenksspiegelung) sehr viele Schäden im Kniegelenk erfolgreich behandeln. Liegt ein Meniskusriss vor, kann der Einriss ohne große Schnitte abgetragen und begradigt werden. Ist zusätzlich ein Knorpelschaden vorhanden, kann man diesen ebenfalls gleich mitbehandeln. Ist der Abnützungsgrad des Kniegelenks jedoch schon sehr fortgeschritten, muss man gewissenhaft prüfen, ob eine Gelenksspiegelung noch sinnvoll ist, oder ob nicht gleich ein künstliches Kniegelenk sinnvoller wäre.

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