Das Kniegelenk

Kreuzbandverletzungen

Wo liegen das vordere und das hintere Kreuzband? 

Die Kreuzbänder verlaufen in der Mitte des Kniegelenkes zwischen Ober- und Unterschenkelknochen, wo sie sich überkreuzen. Beide Kreuzbänder bestehen aus jeweils 2 Bündeln. Das vordere Kreuzband besteht aus dem anteromedialen und dem posterolateralen Bündel. Wichtig ist das deshalb, weil die Bündel eine unterschiedliche Funktion – je nach Kniegelenksbeugung - haben. Während sich das posterolaterale Bündel des vorderen Kreuzbands eher in der Streckung anspannt, spannt sich das anteromediale Bündel eher in der Beugung an. In neuen Op-Techniken wird darauf Rücksicht genommen und jeweils beide Bündel getrennt rekonstruiert.

 

Mit zunehmender Beugung kommt es zu einer Verdrehung der beiden Bündel (Steckung links -> Beugung bis 130°)

Die Blutversorgung des vorderen Kreuzbandes wird vor allem durch die mittlere Kniegelenks-arterie gewährleistet. Ein zentrales Areal im vorderen Kreuzband ist von der Gefäß-versorgung so gut wie ausgeschlossen ist.

Was machen die Kreuzbänder?

Kreuzbänder bilden den zentralen Stabilisator des Kniegelenkes. Sie bewirken die mechanische Stabilität des Kniegelenkes in der Vor- / Zurückbewegung sowie durch ihre Verdrillung eine Drehstabilität. Versucht man, den Unterschenkel gegen den Oberschenkel nach vorne zu ziehen, so spannt das vordere Kreuzband an. Fehlt es, nennt man die unnatürliche Beweglichkeit des Unterschenkels nach vorne „vordere Schublade“. Bei der frischen Verletzung ist aber der sogenannte Lachman Test aussagekräftiger.

Umgekehrt funktioniert es beim hinteren Kreuzband, dies spannt sich an, wenn man den Unterschenkel nach hinten drückt. Wenn es fehlt, nennt man die Beweglichkeit des Unterschenkels nach hinten „hintere Schublade“. Dreht man den Unterschenkel einwärts, spannt sich das Außenband an, dreht man ihn auswärts, hält das Innenband. Die Kreuzbänder bilden dabei die Achse der Drehbewegung.

Bei Einwertsdrehung (Innenrotation) des Unterschenkels verdrillen sich die Kreuzbänder und limitieren diese Bewegung. Solange die Kreuzbänder intakt sind und die zentrale Achse der Rotation bilden, vermitteln sie dem Kniegelenk die sogenannte „Rotationsstabilität“ Fehlt eines der Kreuzbänder, ist die Drehachse nicht mehr in der Kniemitte, so dass es zu Schiebebewegungen mit vermehrter Belastung und Schädigung von Knorpel und Meniskus kommt. Es kommt dabei zu einer Subluxation des Schienbeins in Relation zum Oberschenkel. Getestet wird diese Instabilität anhand des sogenannten Pivot Shift Test

Bilder

Publikationen

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