Knochenmarksödem

Die Darstellung und die Diagnose eines Knochenmarksödems wurde erstmals mit der Erfindung der Magnetresonanztomographie möglich. 1987 erfolgte die Ersbeschreibung von sogenannten Bone bruises im Rahmen von Knieverletzungen. Mittlerweile werden traumatische Knochenmarksödeme, wie sie zB. bei Kreuzbandrupturen auftreten von nichttraumatischen unterschieden.

Die Ätiologie ist vielfältig und kann in drei Gruppen eingeteilt werden:

1) Ischämisches Knochenmarködemsyndrom (KMÖS)

2) Osteonekrose bei Algodystrophie (Morbus Sudeck)

3) traumatische Knochenmark-Kontusion (bone bruise)

 

Klinisch zeigen die Patienten chronische Belastungsschmerzen, die auf eine konservative Therapie schlecht ansprechen. Im Vollbild der Krankheit ist ein quälender Nachtschmerz charakteristisch. Beim primären KMÖ (KMÖS, Knochenmarkkontusion, Mikrofrakturen und Stress-KMÖ) ist das Nativröntgen negativ oder zeigt nach 4-6 Wochen lediglich eine fokale Osteopenie („transiente Osteoporose“). Bei allen anderen handelt es sich um sekundäre KMÖ, die die mehr oder weniger charakteristischen Veränderungen der Grundkrankheit zeigen. Sowohl die Diagnose eines KMÖ als auch die Differentialdiagnose der verschiedenen Ätiologien kann nur mit der MRT sichergestellt werden.

Die Behandlung der primären KMÖ besteht bisher in Entlastung und Schmerztherapie (Analgetika, NSAR, Calcitonin, Ilomedin). Trotz Therapie können die Beschwerden etwa 3-6 Monate bestehen. Ein protrahierter Verlauf über 12-18 Monate ist möglich. Als therapeutische Alternative bietet sich die Entlastungsbohrung an, die sich allerdings nur beim KMÖS des Hüftkopfes wirklich bewährt hat.

Die Ursache ist eine lokale Durchblutungsstörung. Es wird ein Zusammenhang mit langfristiger Cortisoneinnahme angenommen. Betroffen sind überwiegend Frauen jenseits des 60. Lebensjahres.
Symptome. In frühen Stadien verläuft die Erkrankung häufig symptomlos. Mit Beginn der Zerstörung der Gelenkfläche treten plötzlich bei Belastung Beschwerden auf. Von außen ist das Knie häufig unauffällig, es findet sich lediglich ein Gelenkerguß, der sich in einer „tanzenden Patella“ zeigt. Meist geben die Patienten einen Druckschmerz an der Innenseite des Kniegelenkspaltes an.

Röntgenbefund

Im Frühstadium zeigt sich im Röntgenbild die Osteolyse durch eine Aufhellung der Knochensubstanz. Nicht in allen Fällen ist die Osteolyse umgeben von einem Sklerosesaum, also einer Zone der Verdichtung. Wenn in einem späteren Stadium die Zerstörung der Gelenkfläche zunimmt, werden im Röntgenbild knöcherne Unregelmässigkeiten sichtbar, schließlich zeigt sich das abgelöste Knochenstück (Dissekat) als freier Gelenkkörper im Gelenkspalt.

Weitere Diagnostik

Mit Hilfe der Kernspintomographie kann das genaue Ausmaß der Zerstörung des Knochens auch schon in frühen Stadien dargestellt werden. Meist zeigt sich in der Knochenszintigraphie eine Anreicherung des betroffenen Areals.

Therapie

Abhängig von der zugrundeliegenden Ursache des Knochenmarksödems können unterschiedliche Therapieansätze zur Anwendung kommen. Wichtig ist die Entlastung des betroffenen Gelenks, Massnahmen zur Abschwellung (zB Eismassagen, Lymphdrainagen, etc) und die Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten. Kinesiotapes reduziert Schmerzen und verbessert den Lymphfluss. Sehr bewährt hat sich auch eine Ilomedingabe. Diese muss jedoch unter stationären Bedingungen über 5 Tage appliziert werden. Unter Beobachtung ist derzeit eine O2-Hyperbare Kompressionskammerbehandlung, die zumindest beim Morbus Ahlbäck sehr gute Erfolge zeigt.

In manchen Fällen ist ein operativer Eingriff sinnvoll, bei dem zB Entlastungsbohrungen gesetzt werden.

Wichtig ist es, geduldig zu sein. Die Abheilung eines Knochenmarksödem kann mehrere Monate in Anspruch nehmen.

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