Das Kniegelenk

Knieprothese

Prothetischen Versorgung des Kniegelenks

(Videos am Seitenende: Gangbild und Beweglichkeit 3 Wochen nach Knie TEP)

Der medizinische Fortschritt, die damit verbundene Anhebung der durchschnittlichen Lebenserwartung, und neue Technologien erhöhen das Bedürfnis für die neuesten, und oftmals auch teuersten, medizinischen Leistungen.  Kosten-Nutzen Rechnungen haben aber gezeigt, dass die Implantation von Hüft- oder Knietotalendoprothesen zu den Eingriffen zählen, die am kosteneffizientesten sind. Das Schicksal von Knorpelverletzungen beginnt im Moment des Traumas (Gewalteinwirkung) der Sportverletzung, das die hochdifferenzierte Knorpelstruktur zerstört. Um medizinisch jedoch den Folgeschaden zu minimieren muss zuerst das Ausmaß der Gewebszerstörung erkannt werden, um eine Therapie abzuleiten. Denn besonders beim Knorpelschaden ist eine gezielte Stufentherapie notwendig, um die Heilung positiv zu beeinflussen. Die moderne Kniegelenksersatztherapie ist heute im Stande, als Sofortwirkung die Sanierung der schweren Kniegelenkspathologie (Achsenkorrektur, Gelenkstabilität, verbesserte Gelenksbeweglichkeit, Schmerzbefreiung) zu gewährleisten.

Viele Inovationen auf dem Gebiet der Metallurgie und Kunststofftechnik wie Design und Optimierung von Implantaten wurden in den letzten 10 bis 15 Jahren in die Entwicklung von Ersatzmöglichkeiten der Kniegelenksflächen eingebracht.

Gerade bei der prothetischen Versorgung des Kniegelenks stehen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl.

Bei einem begrenzten Knorpelschaden kommen Implantate zur Anwendung, die wie eine Kappe den zerstörten Gelenksanteil sanieren. Als sogenannter HemiCAP minimalinvasiv eingebracht, ist eine rasche Belastbarkeit gewährleistet. Am häufigsten kommt dieses Implantat bei Knorpelschäden an der Oberschenkelrolle oder am Kniescheibengelenk zum Einsatz.

Achsenfehlstellungen können über eine Umstellungsosteotomie korrigiert werden.

Bei fortgeschrittener Abnützung eines Gelenksanteils, kann mit einem sogenannten Halbschlitten, dieser Anteil ersetzt werden.  Alle Bänder des Kniegelenks bleiben erhalten, und über einen minimalinvasiven Zugang - ohne Muskeldurchtrennung -  ist eine nahezu freie Beweglichkeit und schmerzfreie Belastbarkeit nachher wieder möglich.

   

Wenn der Knorpelschaden in mehreren Anteilen des Kniegelenks sehr weit fortgeschritten ist, und/oder zusätzliche Korrekturen der Achse notwendig sind, bleibt nur mehr der komplette Gleitflächenersatz. Aber auch hier gewährleistet eine schonende Operationstechnik den raschen Wiedereintritt in den Alltag bzw. ins Berufsleben.

 

Die beste Behandlung ist die Prävention von Sportverletzungen durch Information, Training für die spezielle Sportart, Einschätzen der Kraftreserven, dh keine Ermüdung während der Sportausübung, um allen verletzungspotentiellen Kräften entgegenzuwirken.  Falls dies alles in der Vergangenheit kein Gehör gefunden hat und der Zahn der Zeit die Gelenksflächen aufgnagt hat, ist beim heutigen Stand der Medizin ein individuell geplanter künstlicher Gelenksflächenersatz nicht unbedingt der Anfang vom Ende einer gemäßigten “Sportlerkarriere”.

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