Das Ellbogengelenk

Distale Bizepsehnenruptur

Der ellenbogennahe "distale" Bizepssehnenriss wird fast immer durch eine plötzlich auf den angespannten Muskel einwirkende Kraft verursacht. Nahezu ausschließlich sind körperlich aktive und relativ muskelkräftige Männer mittleren Lebensalters betroffen. Eine degenerative Komponente spielt eine Rolle.

Ähnlich der Achillessehnenruptur wird häufig ein schnalzendes Geräusch gehört. Schmerzen in der Ellenbeuge sind vorhanden, aber nicht sehr ausgeprägt. Nach kurzer Zeit zeigt sich meist ein deutliches Hämatom. Die Deformität mit dem nach oben gezogenen Muskelbauch ist anfangs manchmal noch nicht sehr ausgeprägt, aber im Seitenvergleich bei angespanntem Muskel doch zu erkennen. Insbesondere fehlt bei der genauen Untersuchung die Bizepssehne, wie sie zum Ansatz am Radius hinunterzieht. Der Seitenvergleich ist meist eindeutig.

Bei der Überprüfung der groben Kraft zeigt sich im Seitenvergleich eine schwächere Beugung im Ellbogen und vor allem eine schwächere Supination. Ein Röntgenbild des Ellenbogengelenkes im seitlichen Strahlengang zum Ausschluß eines knöchernen Ausrisses sollte angefertigt werden. In Zweifelsfällen kann eine MRT weiterhelfen.

Therapie

Die Minderung der Beugekraft im Ellenbogen beträgt ohne Operation durchschnittlich 30 - 40 %. Die Kraft für die Aussendrehung im Unterarm bleibt um mindestens 50 % vermindert. Insbesondere wird auch die Ausdauerkraft beeinträchtigt. Der überwiegende Teil der Patienten ist mit dem funktionellen Ergebnis ohne Operation nicht zufrieden. Deshalb gilt die Operation als Therapie der Wahl.

Es kommt eine minimal-invasive Technik zur Refixation der Bizepssehne an der Speiche zum Einsatz. Dabei wird die Sehne in einem Knochenkanal an der Gegenkortikalis mit einem kleinen Metallplättchen fixiert (Endobutton). Die Kraft im Ellenbogengelenk kann so nahezu vollkommen wiederhergestellt werden.

 

  

Über einen etwa 3-4 cm langen Schnitt in der Ellenbeuge wird die Sehne entlang ihres ehemaligen Kanals wieder zu ihrem Ansatzort geführt.

Im Vergleich zu Metallankern, hat die Fixation mit dem Endobutton den Vorteil, dass die Sehne im Knochenkanal einheilen kann.

Nach der OP wird der Arm 3 Wochen in einer Schiene ruhiggestellt. Die freie Beweglichkeit des Ellenbogens wird danach recht rasch wieder erreicht. Ein kraftvoller Einsatz des Armes sollte aber erst nach 3 Monaten wieder erfolgen.

 

 

Bei veralteten und bei chronischen Rupturen

kann eine Sehneninterposition mit zB Semitendinosussehne notwendig sein, da sich die distale Bizepsssehne verkürzt bzw. degenerativ verändert ist. In diesem Fall erfolgte die Darstellung der Sehne über einen 2. Hilfsschnitt oberhalb der Ellenbeuge über dem Muskelbauch. Die degenerativ veränderte Sehne war einerseits zu kurz, um zum Ansatz an der Speiche zu kommen, und andererseits zu schmächtig. Sie wurde mit einem Semitendinosusinterponat ersetzt.

Die Ruhigstellung betrug 6 Wochen. 4 Monate nach der Op begann der Patient wieder sein Body Builder Training.

Bilder

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