Das Handgelenk

Bruch der Speiche

Der Handgelenksbruch

Das Handgelenk wird aus der Speiche (Radius) und der Elle (Ulna) gebildet, wobei die Speiche das wesentliche Element des Handgelenks ist und die tragende Gelenksfläche bildet.

Der Bruch der Speiche gilt mit 10-15% als einer der häufigsten Brüche des Menschen überhaupt. Ursächlich sind beim jüngeren Menschen meist Stürze bei hoher Geschwindigkeit wie beim Snowboarden, Inlineskaten, Mountainbiken oder Motorradfahren. Beim älteren Patienten mit oft verminderter Knochenqualität sind oft banale Stürze, typischerweise auf den ausgestreckten Arm, dafür verantwortlich. Je nach Stellung der Hand ändern sich die einwirkenden Biegungskräfte und es resultieren daraus verschiedene Bruchtypen.

Man unterscheidet Biegungsbrüche mit Abkippung der Gelenksfläche nach streck (hinten) – oder beugeseitig (vorne). Je nach Verschiebungsgrad wird dieser Bruchtyp als Colles (streckseitig, hinten) oder Smith Bruch (beugeseitig, vorne) bezeichnet. Weiters werden die Brüche in Stauchungs- oder Abscherfrakturen mit Absprengung  bzw. Zerstörung der Gelenksfläche unterteilt.

Klinisch zeigt sich immer eine Schwellung des Handgelenks, welche mit starken Schmerzen einhergeht. Bewegungseinschränkung und Fehlstellung des Handgelenks vervollständigen das klinische Bild eines Speichenbruches.

Bei Verdacht eines Handgelenksbruches sollte der behandelnde Arzt sofort eine Röntgenaufnahme in 2 Ebenen veranlassen.

Bei der Behandlung des Speichenbruchs stehen dem Arzt mehrere Möglichkeiten zur Verfügung..Grundsätzlich besitzen die Regeln von Lorenz Böhler – Einrichten, Gipsfixation und anschließende Rehabilitation noch immer ihre Gültigkeit.

Neue Operationsmethoden  und Operatiosmöglichekiten jedoch erlauben es dem behandelnden Arzt, die Speichenbrüche immer besser einzurichten und präzise zu stabilisieren.

Das Alter des Patienten spielt in der Auswahl, ob eine Operation sinnvoll ist oder nicht, nur eine untergeordnete Rolle. Wichtiger ist die Bruchart und ob es bei dem Bruch zu einer Verschiebung oder Verwerfung der Gelenksfläche gekommen ist.

Gerade die älteren,aktiven und sehr mobilen Patienten erleiden durch eine bleibende Fehlstellung im Handgelenk eine beträchtlich Einschränkung ihrer Lebensqualität. Weiters sind älter Patienten oft aufgrund anderer Erkrankungen (Hüft- bzw. Knieleiden) auf die Verwendung von Gehilfen angewiesen, und warum sollte man gerade Ihnen eine operative Therapie vorenthalten?

Jüngere und sportlich aktive Patienten sollten auch bei  sehr geringen Stufenbildung in der Gelenskfläche (≤ 1mm) operiert werden.

Das Standardverfahren in der operativen Therapie des Speichenbruches ist derzeit die Versorgung mit winkelstabilen Platten- und Schraubensystemen über einen Operationszugang an der Innenseite des Handgelenks, der selten größer als 4 cm ist. Durch die Möglichkeit die Schrauben exakt zu positionieren wird die Gefahr einer  Verschiebung des Bruches nach der Operation minimiert.. Somit kann das Ergebnis der Operation bis zur Knochenbruchheilung gehalten werden. Eine weiter Ruhigtsellung im Gips ist meist nicht erforderlich. Daraus resultiert definitiv ein verbessertes funktionelles Behandlungsergebnis.

Selbstverständlich muss jeder Patient nach einem Speichenbruch individuell und unter sorgfältiger Abwägung  der Bruchform und der Erfordernisse behandelt werden.

Zusammenfassend kann man Brüche, die nicht oder nur minimal verschoben sind gut mit einer 4–6 wöchigen Ruhigstellung im Gips behandeln. Sollte es jedoch zu einer Verschiebung des Bruches  gekommen sein sollte der behandelnde Arzt eine Operation empfehlen.

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