Das Handgelenk

Arthroskopie Handgelenk

Die Arthroskopie der Gelenke der Hand ist ein relativ junges Gebiet in der Handchirurgie. Seit den erfolgreichen klinischen Erfahrungen des amerikanischen Orthopäden T.L. Whipple 1985 gewann diese Disziplin immer mehr an Popularität und setzt sich jetzt auch im medizinischen Alltag durch. Zehn verschiedene Zugänge ermöglichen die Arthroskopie des distalen Radioulnargelenks und des Radio- und Midkarpalgelenks. Die Arthroskopie an der Hand wird in Regionalanästhesie oder in Vollnarkose durchgeführt. Bei größeren Eingriffen sollte zumindest eine Nacht im Spital verbracht werden, ansonsten ist eine ambulante Behandlung möglich. 
Voraussetzung für die Handgelenkarthroskopie ist eine detaillierte Kenntnis der chirurgischen Anatomie. Nur wer sich in der offenen Chirurgie des Handgelenks zuhause fühlt, sollte auch zum Arthroskop greifen. Die Standardausrüstung fur Knie- und Schultergelenk kann am Handgelenk nicht zum Einsatz kommen. Miniaturisierte optische und mechanische Instrumente sind erforderlich.

Indikationen für die Handgelenkarthroskopie

  • Das Hauptinteresse gilt derzeit dem ulnaren Anteil des radiokarpalen Gelenks mit dem Dreiecksknorpelkomplex. Verletzungen des Discus triangularis werden durch partielle Resektion oder durch Naht unter Sicht des Arthroskops versorgt.
  • Das Debridement des Radiokarpalgelenks bei degenerativen Gelenkveränderungen umfaßt die Entfernung freier Körper und abgelöster Knorpelfragmente.
  • In der Traumatologie wurden die Verletzung der intrinsischen Ligamente sowie ausgewählte Frakturen von Os scaphoideum und distalem Radius als Indikationen fur die Arthroskopie beschrieben. Solche Eingriffe kennzeichnen den Beginn einer Entwicklung und gehören in die Hand der wenigen arthroskopisch und handchirurgisch gleichermaßen Erfahrenen.
  • In der Behandlung der Hand des Rheumakranken spielt die Arthroskopie eine untergeordnete Rolle. Die regelmäßige Mitbeteiligung der Sehnenscheiden erfordert eine Tenosynovektomie und damit ein offenes Vorgehen.
  • Die Spaltung des Ligamentum carpi transversum unter endoskopischer Sicht ist keine Arthroskopie. Sie wird jedoch vom Arthroskopeur, der den Umgang mit optischem Zusatzinstrumentarium und die indirekte Operationstechnik mit Blick auf den Monitor trainiert hat, nach einer speziellen Schulung durchgeführt. Die Resultate des gedeckten Vorgehens sind denen der offenen Ligamentspaltung aller anfänglichen Skepsis zum Trotz zumindest gleichwertig.

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